Passivitäten des Täglischen Lebens
PTL® ist ein Komplex von Massregeln, Massnahmen und Handlungen, die zu einer optimalen Begleitung und Versorgung von Patienten beitragen, bei denen ein Defizit an Selbstversorgung nicht zu beheben ist.
Wenn ATL nicht möglich ist
Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) wird gebraucht bei relativ selbstständigen Patienten oder beim Aufarbeiten von Selbstständigkeitsdefiziten. Professionelle Hilfe, gegeben durch Pflegepersonal, Krankengymnasten, Ergotherapeuten und Zulieferungsbetriebe von Hilfsmitteln, sind meistens im Stande um bestehehnde Defizite in der Selbstständigkeit durch Rehabilitation oder Reaktivierung wieder auf ein hohes Niveau zu bringen.
Passivitäten sind im täglichen Leben leider für 10.000 in unserem Land ein täglicher Begleiter.
Behinderungen körperlicher und/oder psychischen Ursprungs sind die Ursachen von diesen
Passivitäten und gehen oft zusammen mit einem grossen Defizit von Selbständigkeit und verminderter Selbsthilfe.
Motivierter ATL Einsatz ist dabei oft ein nicht zu erreichendes Ziel und für den Patienten meist ein unfreiwilliger belastender Leidensweg. Pflegepersonal und andere an der Pflege Beteiligte, stehen nach schwerer Pflege und viel Einsatz mit passiven Menschen oft alleine, weil guter Rat über Rehabilitation dieser Patienten durch andere Berufsgruppen (Paramedici) nicht die gewünschten Resultate bringt und die tägliche Pflege dieser Patienten nicht einfacher wird.
Ergotherapeuten und Krankengymnasten könnten einen Teil Ihrer Fachkenntnisse an das Pflegepersonal übertragen, wodurch die Pflege für die Pflegebedürftigen angenehmer und für das Pflegepersonal einfacher wird. In der Hauspflege wird es wahrscheinlich sehr schwer sein, um es in die Praxis umzusetzen.
PTL
Dieser Begriff wird bei Patienten gebraucht, die Ihre ATL Funktionen durchführen lassen müssen durch Personal. Aktivitäten des täglichen Lebens machen Platz für Passivitäten des täglichen Lebens.
Viele Versorgende sind schon beschäftigt mit Hilfestellungen, Massnahmen und/oder Handlungen, die zum Ziel haben, fehlende Selbständigkeit zu übernehmen. Sie sind also mit PTL beschäftigt.
PTL®
Inzwischen ist deutlich geworden, das in diese Betroffenheit Struktur hineingebracht werden kann und muss;hierdurch ist der Begriff PTL zu einem Therm gewachsen. Müssen Handlungen nach einem Protokol ausgeführt werden,müssen meistens eingreifende Kursänderungen auf Micro-und Mesoniveau getroffen werden um zielgerichtete Massregeln nehmen zu können und müssen bessere Massnahmen auf den Markt gebracht werden um Passivitätsprobleme aufzulösen (z.B. dynamische Sitz- und Liegemittel,angepasste Kleidung und Transferapperatur.) Der Umgang mit diesen Hilfmitteln fragt wieder neue Fertigkeiten u.s.w.
Zum Beispiel:
Das Waschen und Kleiden von Menschen mit hoher Spastizität und Abwehrspannungen kann einfacher verlaufen, wenn während des Ausführends von täglichen Handlungen durch das Pflegepersonal Handgriffe aus der Fusiotherapie angewendet werden. Dabei werden z.B. Spastizität oder die Abwehrspannung durch diese speziellen Handlungen in bessere Bahnen geleitet. In Kombination mit diesen Fertigkeiten und der Gebrauch einer speziel mit Styroporkügelchen gefüllten Matratze, ist es möglich die tägliche Versorgung des Patienten durch eine Pflegekraft ausführen zu lassen. Der optimale Umgang mit PTL wird zu einem ganzen, wenn Massregeln, Material und Handlungen aufeinander abgestimmt werden.
Definition
PTL® ist ein Komplex von Massregeln, Massnahmen und Handlungen, die zu einer optimalen Begleitung und Versorgung von Patienten beitragen, bei denen ein Defizit an Selbstversorgung nicht zu beheben ist.
Die Anwendung von neuen Massnahmen und Handlungen ist am Anfang sehr zeitaufwendig. Inzwischen ist herausgefunden worden, dass eine Investierung in PTL grosszügig (auch in Zeit und Geld) zurück verdient wird. Weiterhin gibt diese neue Arbeitstechnik mehr Befriedigung als bisherige Arbeitsweisen.
Die Beziehung zwischen Eigenversorgung, ATL und PTL
Aus dem vorausgehenden Text ist zu erkennen, dass ATL und PTL sich einander ausschliessen. So spricht man bei jemanden, bei dem PTL Faktoren angewendet werden, von einer Teil-passivität. Diese sind im allgemeinen nicht umzusetzen in Selbsthilfe und machen das dazugehörige ATL-Training auch meistens sinnlos.
Teilpassivität und Restaktivität
In einem sicheren Masse von Passivität kann noch Aktivität bestehen. So muss das Leben von jemanden, der nicht mehr stehen kann, gezeichnet sein von Passivität. Durch ein ATL-Training, Hilfsmaterial wie einem Rollstuhl , einem elektrischen Patientenlift und Anpassungen in einem individuellen Lebensraum kann doch ein vollwertiges "anders aktiv" Leben geführt werden.
Die Restaktivität kompensiert in diesem Fall die Teilpassivität.
Wenn Teilpassivität nicht durch Restaktivität kompensiert wird, z.B. bei einigen mentalen Behinderungen werden Teile von der Selbsthilfe übernommen oder unterstützt. Auch bei jemanden dessen Arme und Beine gelähmt sind, wird ein grosser Teil von der Selbsthilfe Platz machen müssen für Situationen, die passive Hilfe benötigen.
In diesem Fall schliessen Teilaktivität und Restaktivität einander wieder aus.
Probleme in der täglichen Versorgung
Je mehr die Passivität eines Patienten zunimmt,um so mehr wird vom Pflegenpersonal proportional auch mehr Aktivität gefordert werden. Wenn zusammen mit der Passivität (oder verursacht durch Passivität) dabei auch Angst oder Abwehrmechanismen eine Rolle spielen, kann die Aufgabe des Versorgenden sehr schwer werden. So fragt der Umgang mit Passivität bei den meisten elementaren Grundbedürfnissen wie Waschen, Ankleiden, Sitzen etc. einen besonderen Umgang, der eine gestrukturierte Handlungsweise umfasst, um diese Pflegesituation für das Pflegepersonal so problemlos wie möglich und für den Pflegebedürftigen so angenehm wie möglich macht. Die Versorgung von Patienten mit Passivitäts- problemen wird meistens durch folgendes erschwert:
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Sehr starke Beugestellung der meisten Gelenke;
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Dekubiti, die trotz grosser Aufmerksamkeit vom Pflegepersonal, Krankengymnasten und Ärzten nicht abwendtbar sind. Die Behandlung van Dekubiti nimmt viel Zeit in Anspruch und hat einen negativen Einfluss auf die Arbeitsfreude;
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Echte Ringkämpfe während des Waschens und Trockenlegens als Folge von Abwehrspannung, hoher Muskelspannung, psychischer Abwehr oder eine Kombination der eben genannten Faktoren erfordert viel Kraft vom Pflegepersonal;
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Ein physischer schwieriger Einsatz vom Pflegepersonal bei Fortbewegungen des Patienten und das Heben formt ein hohes Risiko für den Pflegenden und den zu Pflegenden.
PTL- Faktoren
Um Pflegesituationen einzuteilen, in denen Passivität eine Rolle spielt, ist es besser von PTL- Faktoren zu sprechen als von eingeschränkter Selbstständigkeit. Diese Pflegesituationen sind:
1) Liegen; *
2) Sitzen; *
3) Gewaschen werden;
4) Gekleidet werden;
5) Inkontinentenmaterial wechseln;
6) Fortbewegt werden;
7) Genährt werden.
* Passives sitzen und liegen wird gekennzeichnet durch fehlende, selbstständige Korrektur der Sitz- bzw Liegeposition.
Pflegeziele
Wie die Praxissituationen auch sein mögen, die folgenden PTL Pflegeziele werden in PTL immer angestrebt:
Erlebnisgerichtet Pflege
Erlebnisgerichtete Pflege wird unter verschieden Termen verwendet z.B.psycho-motorische Therapie, warme Pflege, Sinnesorgan Aktivierung, snoezeln etc. Alle diese Begriffe sind entwickelt für den Umgang mit dementierenden Patienten. In den noch nicht so lange bestehenden "Maieutischen Konzept" für Dementierende sind alle genannten Umgangsweisen variabel unterzubringen, inklusive die haptonomische Umgangsweise/ Annäherungsweise, sofern sie in PTL angewandt wird.
Bewegungseischränkungen von neurologischer und/oder psychischen Ursprungs. Hierbei spielen Handgriffe/Handlungen und der dazugehörige neurologische Mechanismus eine grosse Rolle. Von ebenso grosser Wichtigkeit ist die Annäherung an den Patienten. Dieser Kontakt muss so gut wie möglich sein, abgestimmt auf das Gefühlsleben des Patienten. Die richtige Annäherung hat einen enormen Einfluss auf das Einfühlungsvermögen in Bewegungen, die nötig sind, um das Waschen,Trockenlegen, An-bzw Auskleiden, Fortbewegung für den Patienten auf eine tragbare Weise verlaufen zu lassen.
Weil PTL sich auf alle Menschen bezieht, die das Defizit an Selbstversorgung nicht (mehr) zurück- erlangen können, wird die bei PTL nach hoher Lebensqualität gerichtete Versorgung am liebsten ausgedrückt durch haptonomischer Annäherungsweise/Umgang.
Haptonomie = Tasten nach sinnvollem Kontakt.
Zonen
Im Kontakt zwischenmenschlicher Zonen, spielt Abstand eine grosse Rolle.
Es können 4 Zonen unterschieden werden.
a. nahe Zone bis 45 cm.
b. individuelle Zone 45 - 120 cm.
c. soziale oder Begegnungszone 120 - ±350 cm.
d. Gesellschaftszone > 350 cm.
Vor allem beim 'transferiert werden' ist viel Aufmerksamkeit zu schenken an den haptonomischen Aspekten bei diesem PTL- Faktor. In der haptonomischen Annäherungsweise steht Tasten nach sinnvollem Kontakt zentral. Für das Pflegepersonal bedeutet es, dass es mit der zu pflegenden Person beinahe immer in den ersten 3 Zonen arbeitet. Das bedeutet das man immer in Kontakt steht, es sei denn das man sich davor verschliesst. Es ist wohl deutlich, dass sich der Kontakt nicht unbedingt alleine auf der verbale Ebene manifestiert.
Eine Konsequenz von diesem Kontakt ist, das alles was getan oder gelassen wird auch immer wahrgenommen wird. Diese Wahrnehmungen werden im Gedächtnis aufgenommen und tragen zur Formung einer Meinung über die betreffende Person bei. Das bedeutet in der Pflegesituation, das der Bewohner /Patient sich ein Bild formt über die Pflegekraft, auch wenn sie nicht direkt miteinander zu tun haben. Die Anwesendheit in einer der 3 Zonen ist dafür ausreichend. Das Umgekehrte ist natürlich auch der Fall. Darum ist es sehr wichtig einen taktvollen Umgang zu pflegen.( Takt kommt aus dem Latein "tactus" und bedeutet "Tastgefühl" ). Um taktvoll handeln zu können, ist es wichtig das richtige Gefühl für den Nächsten zu haben.
In diesem Rahmen ist es sinnvoll zu sprechen über "Haptonomischen Kontakt". Damit wird gemeint:
'ein Niveau auf wiederkehrender Gleichmässigkeit'. Der andere ist anders, aber als Mensch ebenbürtig. Das bedeutet das der andere nicht mehr ist als Du, aber auch nicht weniger. Auch wenn man in einer bestimmten Machtsposition steht, bleibt der Gegenüber eine gleichwertige Person. Das Wort gegenseitig gibt an, dass man in Kontakt zum anderen einander zugewandt ist. Das hat zur Folge, dass man dem Gegenüber Aufmerksamkeit zukommen lässt, während man es gleichzeitig vom anderen zurück- bekommt.
Haptonomischer Kontakt hat 3 Kennzeichen:
1) Respekt = Prudention
2) Transparenz
3) Präsenz
1) Respekt.
Der Umgang mit dem Gegenüber soll in einem aussreichenden Abstand geschehen, sodass der Gegenüber die Möglichkeit hat sich in seiner Eigenheit zu entfalten. Hieraus erkennt man den Respekt füreinander , wobei ein anderer sich akzeptiert und beschützt fühlt in seiner Verletzbarkeit. Dieses schliesst Zwang und Angst aus.
2) Durchsichtigkeit/ Transparenz.
Sich selber durchsichtig zeigen. Deutlich sehen lassen wer und was ich bin, wie ich fühle, sodass der andere weiss, was er an mir hat. Gleichzeitig gibt es dem Gegenüber den Raum um auch transparent zu werden, er braucht sich selber oder seine Gefühle nicht zu verstecken und weiss, dass diese sicher geäussert werden können.
3) Präsenz.
Im richtigen Moment für den Nächsten anwesend sein. Es ist nicht einfach 100% für jemanden zur Verfügung zu stehen, zusätzlich belastet mit meist hohem Arbeitsdruck. Wer aber nach einer "Haptonomischen Arbeitsweise" strebt, wird merken, dass dieser liebevolle Umgang den Patienten anspricht und dieser adäquat reagieren wird.
Konklusion.
Das Integrieren vom "haptonomischen Kontakt" im Fortbewegen/Transfers und andere PTL- Handlungen bei Patienten bedeutet wirkliche Erleichterung von Lasten. Hierbei gilt: Wenn einfühlbar mit dem zu transferierenden Patienten umgegangen wird, wird man schnell zu der Erkenntnis gelangen, welche Last noch aus eigener Kraft und welche mit mechanischen Hilfsmitteln durchgeführt werden kann.Wenn frühzeitige eine gute Wahl getroffen wird, können Verletzungen vorgebeugt werden und ist die Sicherheit von beiden sicher gestellt, und kommt die Pflegesituation besser zu ihrem Recht. Angesichts des ebengenannten wird es deutlich sein, dass auch mit Hilfsmitteln wie z.B. einen Hublift, haptonomisch gearbeitet werden kann.
Gewaschen werden
Es scheint für Krankenpflegepersonal sehr gut möglich zu sein, von Krankengymnasten bestimmte Handgriffe und "keypoints" zu erlernen. Daneben spielt die Fussbelastung während bestimmter Pflegesituationen eine bestimmte Rolle.
Dieses Geschick ist nötig um mit spastischen oder gelähmten Patienten so umzugehen, dass u.a. während des Waschens Arme und Beine ausreichend bewegt werden können.
Patienten und deren Versorgenden haben durch diese Handlungsweisen während des Waschens direkt
von den mobilisierenden Effekten die in der täglichen Pflege integriert sind, profitieren können.
Ein weiterer Vorteil von dieser Arbeitsweise ist die verminderte Notwendigkeit von passiven Durchbewegungen auf dem Bett durch einen Krankengymnasten. Die Zeit, die der Krankengymnast(in) hierbei einspart, kann für weitere Instruktionen an das Pflegepersonal verwendet werden. So bekommt er/sie auch einen bessere Einblick in die Problematik, die Passivität in der täglichen Pflege für Patient und Personal mit sich bringen kann. In der Hauspflege ist es leider schwierig, Krankengymnasten in PTL-Vesorgungen einzubeziehen, wie z.B. Waschen.
Ankleiden.
Während des Ankleidens von passiven Patienten können folgende Hindernisse auftreten durch:
1 unangepasste Kleidung
2 unangepasste Handlungschema's beim Ankleiden.
1
Beim Kauf von Kleidung müssen folgende Punkte berücksichtigt werden
· Sitzen die Veschlüsse an der richtigen Stelle;
· Elastische Bündchen an Hals, Hüfte und Armen vereinfachen oft das An-bzw. Ausziehen;
· Hat ein Futter wohl ein Nutzen;
· Sind Hals und Ärmelöffnung weit genug;
· Verursacht die Stoffqualität stärkeres schwitzen.
1.1. Anpassung
Bestehende vertraute Kleidung kann manchmal auf einfache Art und Weise angepasst werden:
Futter entfernen und die Rückseite des Hemdes, Hose oder Rockes offen schneiden und umsäumen.
Weil Kleidung für viele passive Klienten und ihrer Familie meist ein liebgewonnenes Stück "privacy" ist, heisst es das man mit solchen Änderungsmassnahmen respektvoll umgehen muss.
Wenn die ursprüngliche Kleidung einmal verschlissen ist, kann man nach aufgetretenen Passivitäts- und Kleidungsproblemen an einfachere Lösungen gadacht werden, wie z.B. Strumpfhosen durch Strümpfe zu ersetzen, Stickjacken anstelle von Sakko's, T-shirts, Schlafanzüge und Unterwäsche in dehnbaren Stoffen, etc. Für grössere Anpassungen von Kleidung kann man sich inzwischen an spezialisierte Betriebe wenden. 1.2 Ergonomisches Kleidersystem Ankleiden wird wesentlich vereinfacht durch den kleidungdtechnischen Entwurf und das Beratungsbüro Terry Germes ®. Die dort entwickelte Kleidung für Männer und Frauen besteht aus folgenden angebotenen Kleidungsteilen: Kleider, Hemden, Blusen, Wickelröcken, Hosen, Jacken, einteilige und zweiteilige Unterwäsche, Nachthemden/Pyama's und Strumpfhosensysteme. Ein Kernproblem bei dem PTL-Faktor "Ankleiden" besteht in dem Mangel an Platz für Manöver. In bestehenden Konfektionskleidern. Lösungen wie Einschneiden der Kleidung und das anbringen von Klettverschlüssen oder einfach einige Grössen zu gross kaufen, bringen meist esthetische Probleme mit sich. Terry Germes ® hat hiermit schon während des Entwurfes Rechnung gehalten, durch in ihree Über-, und Unterkleidung, sowie Nachtkleidung technische Konstruktionen einzusetzen, wodurch die Kleidung einfach an- bzw. ausziehen ist. Die Kleidungsstücke können sowohl von oben nach unten, wie auch von unten nach oben angezogen und ausgezogen werden. Auch wenn die Kleidungsstücke einzeln getragen werden, funktioniert das Kleidersystem optimal, wenn hiervon sowohl Unter- bzw. Überbekleidung verwendet wird. Somit kann man alle Kleidungsstücke täglich anders kombinieren. Unterwäsche und Beinbekleidung haben eine solche Konstruktion, dass das Ersetzen von Inkontinenzmaterial und der Toilettenbesuch einfacher stattfinden kann.
Der enstehende Raum für Manöver in der Oberbekleidung macht es möglich , dass Menschen ohne Stehvermögen auf dem Rand vom Bett oder im Rollstuhl an- und wieder ausgezogen werden können .
Die angebrachten Konstruktionen und Verstärkungen sind von aussen nicht sichtbar, wodurch das Modebild nicht eingeschränkt wird. Ein komplette Beschreibung von diesem ganzen Kleidungsangebot finden sie im PTL Handbuch. Auf Anfrage werden auch Demonstrationen vom Hersteller angeboten.
1.3. Lösungen aus der normalen Konfektionsindustrie
Ein paar Massnahmen, die sowohl für aktive wie auch für passive Behinderte eine Lösung bieten:
· Durchgeknöpfter Rock;
· Wickelrock;
· Jogginghose bzw. Anzüge;
· Jacken und Pullover;
· Dehnbare T-Shirts, Nachthemden und Pyjama's.
Es gibt verschiedene Unternehmen, die sich auf den Verkauf von bequemer Kleidung aus dem grossen Angebot aus der normalen Konfektionsindustrie spezialisiert haben, und sie treffen eine gute Wahl für Menschen, für die das Ankleiden ein Problem ist. (Meyssen aus Oegstgeest (NL) , van Seventer aus Hellevoetsluis (NL)).
2 Handlungschema's
Für das Ankleiden und Waschen von passiven Patienten sind diverse Methoden zu entwerfen. Es ist nicht einfach, um festzustellen, welche von den Methoden/ Systemen die beste sind, weil jede Methode / System abgestimmt ist auf unterschiedlichen Passivtätsaspekten. So sollte man eine Einteilung machen nach dem Grad der Passivität, z.B.Menschen mit Stehfunktion oder ohne, Muskeltonus hoch oder niedrig, etc.
Handlungschema 1
Bei Menschen ohne spastisch erhöhtem Muskeltonus/ Abwehrspannung kann ein abweichendes, vereinfachtes Handlungschema benutzt werden:
1 Patient liegt auf dem Rücken |
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2 Zieh das Hemd/ Bluse oder Rock über die Arme und den Kopf ( nicht weiter zurecht legen.) |
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3 Soweit wie möglich in Rückenlage die Strümpfe, Hose und Inkontinenzmaterial anbringen. |
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4 Patient auf eine Seite drehen, Kleidung und Inkontinenzmaterial so weit wie möglich in definitive Position bringen |
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5 Patient auf die andere Seite drehen und alles in definitive Position bringen. |
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Bei Menschen ohne Stehfunktion aber mit spastisch erhöhtem Muskeltonus/ Abwehrspannung ist ein umfassenderes Handlungsschema nötig. Dieses steht im PTL ( Teil 6) beschrieben. Dabei wird Gebrauch gemacht von Handgriffen, Schaukelbewegungen und speziellen Kleidungstechniken. Ein Teil von einer solchen Ankleidungstechnik ist ein Teil von diesem Handlungsschema.
Handlungschema 2 (teilweise)
| Handlungen |
Erläuterungen |
1 Bringe den Arm der am einfachsten gebeugt werden kann vor den Rumpf |
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2 Ziehe an gleicher Seite die Hinterseite der Oberbekleidung (Hemd) soweit wie möglich über die Schulter |
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3 Bringe die Ärmel vom Hemd/ Nachthemd über die Ellenbogen hin |
Handlung bei 3+4 |
4 Ziehe den Unterarm aus dem Ärmel |
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5 Hole Hemd und Nachthemd nach hinten ziehend über den Kopf |
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| Usw |
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Kombination von gewaschen und angezogen werden
Die Anziehtechnik ist in der Praxis oft komplizierter, weil das Waschen und Ankleiden in einer Hilfssituation gleichzeitig oder nacheinander realisiert werden.
Trocken legen
Sanitäre Hilfe oder Trockenlegen ist für Patienten mit Passivitätsproblemen eine täglich wiederkehrende Erfahrung. Bei diesem Teil der täglichen Versorgung verdient die Prävention von Inkontinenz eine sehr hohe Priorität mit dem Ziel , die bisher schlechten Erfahrungen der Patienten in dieser Versorgung auf ein Minimum zu beschränken. Bei PTL ist die sanitäre Hilfe ein weitläufiger Begriff. Hiermit werden alle
Handlungen gemeint, die direkt im Zusammenhang mit der Ausscheidung bei passiven Patienten stehen. Inkontinenz wird hierbei sehr ernst genommen und gilt nicht als kleines Nebenproblem.
Stehfunktion
Solange von der Stehfunktion Gebrauch gemacht werden kann, ist das Reinigen eines Patienten, das Ersetzen von Inkontinenzmaterial und das Ordnen von der Kleidung meist kein Problem. Bei unausreichender Stehfunktion sind spezielle Handgriffe, Massregeln oder Materialien nötig, die sowohl im "Trockenlegen" wie auch in der Fortbewegung gebraucht werden können.
Bei der Hilfe auf die Toilette oder auf den Toilettenstuhl sind manchmal 2 Pflegekräfte nötig. Der eine, um die Stehfunktion zu sichern, der andere um die sanitäre Handlung zu verrichten.
Bei Patienten ohne Stehfunktion, die aber kontinent sind, ist sanitäre Hilfe vor allem komplizierter, weil
· in jedem Moment eine Anfrage zum Toilettengang kommen kann und somit jederzeit Materialien und Handlungen zur Verfügung stehen müssen.
· gleichzeitiges Ausführen von einem passiven Transfer mit Reinigungs und Kleidungshandlungen hohe Anforderungen stellt an die Umgebung. So z.B. der Toilettengang mit einem passiven Hebelift nur sinnvoll ist, wenn während der Patient im Gurt sitzt auch Kleidung und evtl. Inkontinentenmaterial gewechselt werden kann.
· Angepasste Kleidung ist manchmal notwendig
Bei Inkontinenten ist das Wechseln auf dem Bett die am meisten gebrauchte Lösung. Hierbei kann die von PTL gefragte 1:1 Versorgung stattfinden, sowie beim Waschen und Ankleiden angewandt werden. Weitere wichtige Punkte sind zu beachten bei sanitärer Versorgung:
· Passive Patienten ohne Inkontinenzproblem müssen mit Hife von allen möglichen Hilfsmaterialien jederzeit die Gelegenheit bekommen, um diese Ressource auf eine respektvolle Manier weiterführen zu können;
· Passive Patienten mit Inkontinenzprobleme nicht auf die Toilette helfen, aber im Bett versorgen.
Wenn man über einen aktiven Lift verfügt, ist das Ausführen der sanitären Hilfe durch 1 Person zu verantworten, solange der Patient über eine etwaige Stehfunktion verfügt. Um sanitäre Versorgungen bei Klienten ohne Stehfunktion so effektiv wie möglich verlaufen zu lassen, sind extra Hifsmittel nötig, sowie angepasste Kleidung und einen passiven Lift mit Toilettengurt.
Sanitäre Versorgung am Tisch oder am Fussende
Auf diese Weise können sicher und schnell 8 Phasen der sanitären Hilfe verlaufen
1. Aufstehen
2. Kleidung und Inkontinenzmaterial entfernen
3. Sitzmöglichkeit gegen Toilettenstuhl austauschen
4. Hinsetzen
5. Aufstehen
6. Reinigen
7. Kleiden und Inkontinenzmaterial anbringen
8. Sitzmöglichkeit wieder austauschen
Schluckprobleme
PTL Handlung
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Nehmen sie ausreichend Zeit um jemanden das Essen/ Trinken anzureichen
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Treffen sie Massnahmen gegen Kleckern
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Kontrollieren sie ob die Nase frei ist zum Atmen, evtl. Nase putzen (auch eine zu tief sitzende Brille kann die Atemwege behindern)
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Manchmal hilft es, ein Gebiss erst fest einzubringen mit Haftpasta
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Zeigen sie dem Patienten was er zu essen bekommt und erzählen sie ihm, was es ist
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Jeder Mensch hat sein eigenes Ess/ Trinktempo, woran sich die Pflegeperson anpassen muss. Alleine durch Augenkontakt und eine gute Beobachtung weiss man, welches das gute Tempo ist. Bei Schluckbeschwerden muss man meist das Tempo noch weiter herabsetzen
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Geben sie nicht zu grosse Stücke und Schlücke, um Verschlucken vorzubeugen. Menschen mit Schluckproblemen sammeln die zu schnell und zu viel gegebene Nahrung im Rachenraum. Dann könnte ein Teil in die Luftröhre gelangen.
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Geben sie den Löffel von vorne horizontal an. Bieten sie den Löffel von weiter oben an, so muss der Patient den Nacken strecken und Kopf nach vorne beugen. Das erschwert das Schlucken und vergrössert die Möglichkeit des Verschluckens.
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Lassen sie so viel wie möglich das Essen von dem Patienten mit der Oberlippe vom Löffel nehmen. Hiermit wird die Lippenaktivität stimmuliert. Also den Löffel nicht abschaben an der Oberlippe, sondern wieder horizontal aus dem Mund wieder rausführen, nachdem er gelehrt wurde.
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Bieten Sie den Löffel von der Seite an, wohin sich der Patient sich richtet, es sei denn das es anders empfohlen wird.
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Achten Sie darauf, dass der Mund geschlossen bleibt oder weisen Sie den Patienten darauf hin. Das vereinfacht den Nahrungstransport von der Mundhöhle zum Rachenraum. Manchmal ist es sinnvoll das Mundschliessen manuell zu stimmulieren.
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Warten Sie mit dem Anreichen der nächsten Portion auf das Schlucken oder Nachschlucken. Manchmal wird nämlich in 2 Etappen geschluckt. Auch hier gilt: Sie können nur wissen, ob zwei mal geschluckt wird, wenn man gut beobachtet.
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Warten Sie bis zum nächsten Bissen oder Schluck bis die Atmung wieder ruhiger ist.
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Ermutigen Sie den Patienten seinen Mund selber mit der Zunge den Mund zu reinigen.
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Machen Sie den Mund sauber, wenn möglich Tupfen und nicht Putzen.
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Wenn von Schluckbeschwerden die Rede ist, machen Sie die Medikamente fein und mischen Sie sie in halbfester, leicht zu schluckender Nahrung (z.B. Apfelmus). Hierbei ist eine Absprache mit dem Arzt nötig, da nicht alles zerkleinert werden darf.
PTL Massnahmen
Ein paar hieroben genannte Ratschläge werden für jeden, der Nahrung gereicht bekommt, gelten. Andere Aspekte müssen individuell beurteilt werden. Diese sollten in der Versorgungsakte festgelegt werden.
(Übersetzung aus Holländisch: Eva Jacobs)
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